Artikel Tanzen

Gedächtnistraining

Let's dance macht schlau!



Tanzen Sie gern? Dann tun Sie etwas Gutes für Ihr Gehirn. Sind Sie allerdings ein Tanzmuffel, dann würde sich der Gedanke, einen Tanzkurs zu besuchen,  sehr lohnen. Denn das Tanzen verändert das Gehirn. So fand Elizabeth Spelke von der Harvard University heraus, dass jahrelanges Tanzen bei Schulkindern räumliches Denken fördert. Tanzbegeisterte Kinder schnitten in Geometrie-Tests besser ab als Kinder, die nur kurzzeitig oder nie getanzt hatten. „Beim Tanzen werden Gehirnregionen aktiviert, die auch zu geometrischem Denken befähigen“, schliesst Spelke


Aber auch für Erwachsene und Menschen ohne geometrisches Betätigungsfeld ist Tanzen eines der besten Gedächtnistrainings. Hirnforscher um Steven Brown von der Simon Fraser University im kanadischen Burnaby und Michael Martinez von der University of Texas in San Antonio untersuchten, was im Gehirn beim Tanzen passiert. Wie die Forscher herausfanden, sind beim Tanzen die motorischen Gehirnregionen der Probanden äusserst aktiv. Beim freien, offenen Tanzen ist zwar das Gehirn auch aktiv, aber beim Paartanzen feuerten die Neuronen auch noch an einer anderen Stelle stark. Die Aktivität erfolgte im Precuneus.


Diese Hirnregion im Scheitellappen ist wichtig für Orientierung im Raum. Sensoren in den Muskeln und Gelenken übermitteln Informationen dorthin. Deshalb sprechen die Wissenschaftler auch vom Bewegungssinn. Mit seiner Hilfe nimmt der Mensch seine Bewegungen und die Position seiner Gelenke wahr. „Der Precuneus ist eine Art kinästhetische Landkarte, die es dem Menschen ermöglicht, seinen Körper im Raum zu navigieren“, erklärt Brown. Beim Tanzen, schliesst der Hirnforscher, ist diese Raumwahrnehmung offenbar besonders ausgeprägt.

Tanzen hält jung, fit und geistig aktiv


Auch der Londoner Psychologe Konstantinos Petrides stellte Erfreuliches fest, als er 2006 Ballettschüler untersuchte: Emotionalität, Selbstmotivation und soziale Fähigkeiten waren bei ihnen umso ausgeprägter, je besser sie ihre Ballettschritte beherrschten. Eine kanadische Studie von Laura-Ann Petitto hat zudem kürzlich gezeigt, dass erwachsene Profitänzer in Aufmerksamkeitstests besser abschnitten als Tanzmuffel: Sie konnten sich besser konzentrieren und liessen sich nicht so leicht ablenken.


Selbst im höheren Alter lohnt sich ein Besuch in der Tanzschule. Eine Langzeitstudie mit Senioren am Albert Einstein College of Medicine in New York ergab bereits im Jahre 2003, dass regelmässiges Tanzen die Wahrscheinlichkeit, an einer Demenz zu erkranken, um 76 Prozent senkt. Tanzen beugt dem Verlust von Synapsenverbindungen deutlich besser vor als Lesen (35 Prozent) und Kreuzworträtseln (47 Prozent). Sport verändert das Demenzrisiko dagegen kaum. Die US-Forscher erklären das so: Das Erlernen von Tänzen verlangt ein Nachdenken über Schritte, Drehungen und Körperhaltung. Weil Tänzer viele Entscheidungen treffen, lässt das Tanzen neue Nervenverästelungen im Gehirn spriessen.


Wie die Wissenschaftler schon länger wissen, ist das kinästhetische Sinnessystem stark mit anderen Hirnfunktionen wie Gedächtnis, Sprache, Lernen und Emotionen verknüpft. „Bewegung beschleunigt das Gehirn zu maximaler Leistung“, deutet Siegfried Lehrl, Psychologe an der Universität Erlangen und Experte für Gehirnjogging, die neuen Befunde.


Hier können Sie zum Beispiel Rock'n'Roll-Tanzen lernen:

http://www.lte.ch/tanzkurse


Diese Website nutzt Cookies, um Ihnen die bestmögliche Funktionalität bieten zu können.

Erfahren Sie mehr
Verstanden